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Gastroblogevent: TGRWT #8 (Weiße Schokolade und Kaviar)

tgrwt-8.jpgDie nächste Runde von TGRWT hat begonnen. TGRWT? So eine Art „Deutschland sucht den Superstar“ für molekulare Köche? Eher nicht. Das Kürzel steht für „They Go Really Well Together“ (Deutsch: Sie passen richtig gut zusammen). Im April kam Martin (khymos.org) auf die Idee, einen neuen Foodblogging-Event ins Leben zu rufen, der darauf basiert, zwei (oder mehr) Zutaten auszurufen, die denselben flüchtigen Aromastoff besitzen (hier ist eine Liste), und diese in einem eigenen oder nachgekochten Rezept zu kombinieren.

In der achten Runde geht es nun um die Kombination von Weißer Schokolade und Kaviar, deren Geschmack jeweils von Valeraldehyd und Butyraldehyd beeinflusst wird (und möglicherweise auch Trimethylamin). Wer Lust hat, bei der Aktion mitzumachen – hier sind die Teilnahmeregeln (in meiner Übersetzung):

  1. Bereite ein Gericht zu, das weiße Schokolade und Kaviar enthält. Du kannst entweder ein vorhandenes Rezept verwenden (sofern es eines gibt) oder ein eigenes entwickeln.
  2. Fotografiere das Gericht und schreibe einen Eintrag in deinem Blog bis zum 1. Januar 2008 mit dem Titel „TGRWT #8“. Da sich die Leser besonders dafür interessieren, wie die Verbindung der Geschmäcker funktioniert, versuche auch Geschmack und Aroma zu beschreiben sowie ob es geschmeckt hat oder nicht. Einsendeschluss ist der 1. Januar 2008.
  3. Eine Zusammenfassung wird in diesem Blog gepostet (mit Fotos). Bitte schicke einen Link an Chadzilla mit folgenden Angaben: Name, URL des Blogs, URL des TGRWT #8-Eintrags und ein Foto des Gerichts. Wenn du kein Blog hast, teile Chadzilla in der Email deinen Namen, Wohnort, das Rezept und eine kurze Bewertung des Essens. Auch Nicht-Blogger können an dem Event teilnehmen.

Zur Anregung sind hier schon einmal zwei Rezepte von Heston Blumenthal (Caviar and white chocolate discs) und Marc Veyrat (Bonbon aus Kaviar, weißer Schokolade und Huflattich). Auch Homaro Cantu („Moto„) hat die Kombination im Programm. Viel Spaß beim Nachkochen!

Wilde Süßigkeiten

duby.pngIm StarPhoenix findet man heute unter dem Titel „Vancouver-based chefs create wild sweets“ einen Artikel zu molekularen Desserts inklusive Rezept zu einer sehr bananigen Nachspeise. Die Grundlage dafür ist das gerade eben erschienene Dessert-Kochbuch „Wild Sweets Chocolate: Savory, Sweet, Bites, Drinks“ der beiden Kanadier Dominique und Cindy Duby. Immer wieder geht es hier darum, die vergangenen geschmacklichen Programmierungen aufzubrechen um Raum für neue Erlebnisse zu schaffen:

„If it looks and smells like a chocolate cake, they’ll make the first visual evaluation that they’ll like it,“ he says.

And if they like it, they’ll probably still enjoy it after they find out it contains brussels sprouts, says Duby.

Ein anderes Beispiel sind Getränke, die zum Beispiel in der oberen Hälfte des Glases eiskalt und in der unteren heiß sind.

Molekulare Küche als Massenphänomen

gastrovac.gifNun widmet sich auch das US-Magazin „Popular Science“ (Bonnier) in dem Artikel „The Future of Food: Molecular Gastronomy for the Masses“ der molekularen Küche. In dem Artikel findet man nicht einige Rezepte, für die man nicht sehr viel mehr an Ausrüstung braucht als eine 4000-Dollarmaschine:

All can be made using your run-of-the-mill, restaurant-quality Gastrovac, the $4,000 machine revolutionizing haute cuisine at the world’s most cutting-edge eateries.

Gekocht wird in diesem Artikel unter anderem:

  • Lettuce Sautéed With Smoky Bacon (Pascal Barbot, l’Astrance, Paris)
  • Kinder Tomato (Marcelo Tejedor, Casa Marcelo, Santiago de Compostela)
  • Salmon, Seaweed and Pickled Cucumber (Marcelo Tejedor, Casa Marcelo, Santiago de Compostela )
  • Chilled Foie Gras Marinated With Poudre de Duc, Poached in Marina Alta Muscatel (Sergio Torres, El Rodat, Javea)
  • Marina Alta Freshly Grown Vegetables With Wild Mushrooms (Sergio Torres, El Rodat, Javea)
  • Red Peach Segments Soaked in Almond Essence and White Flower Soup (Andoni Luis Aduritz, Mugaritz)
  • Soaked Cucumber With Gazpacho Water, Frozen Goat’s Cheese Droplets and Requienii Mint Leaves (Andoni Luis Aduritz, Mugaritz)
  • Prawns, Prawns, Prawns! (Moshik Roth, Brouwerskolkje, Overveen)
  • Ceps Consommé (Moshik Roth, Brouwerskolkje, Overveen)
  • Iberian Pork (Moshik Roth, Brouwerskolkje, Overveen)
  • Citrus Fruit Crystallized in the Gastrovac (Pascal Barbot, l’Astrance, Paris)

Das klingt schon einmal nicht schlecht. Ich frage mich, wer mir über die Weihnachtsfeiertage einen Gastrovac leihen will …
(Via Evolve Happy; Abbildung khymos)

UPDATE: Hier gibt es die Rezepte auch noch schön formatiert und in Farbe (pdf).

Winterlicher Agar-Rosinenflan

Hier der Versuch, nach diesem Rezept einen Agar-Flan hinzubekommen. Man muss bei der Agar-Menge aufpassen, je nach Zugabe ist zwischen luftig-zart und betonartig alles drin. Beim Probieren hinterlässt der Flan zunächst einen sympathisch milchig-vanilligen Eindruck. Die Konsistenz ist dann aber doch etwas gewöhnungsbedürftig, da gleichzeitig ein kleines bisschen zu wässrig und bröselig.

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Zutaten

  • 3g Agar
  • 750ml Vollmilch
  • 50g Schlagsahne
  • 30g Zucker
  • Vanillenextrakt
  • 4-5 Rosinen

Zubereitung

Agar, Milch, Zucker und Sahne zusammen in einem Topf zum Kochen bringen. Einige Minuten kochen lassen. Einige Rosinen in Förmchen legen und die Milchzubereitung durch ein Sieb dazu gießen. Kühl stellen und wenn die Masse festgeworden ist servieren.

Salz-Jello

Manches denkt sich gut – in der realen Wirklichkeit des Geschmacks ist es dann furchtbar: Gummi-Bonbons aus verschiedenen sorten Salz.

Im Experiment sollten unraffiniertes Meersalz der französischen Atlantikküste und kristallines Steinsalz aus Sizilen durch neue Textur ihren eigentümlichen Geschmack entfalten. Es war grässlich …

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Perfektes Steak durch Garen mit niedriger Temperatur

Ganz einfach erhält man perfekte Steaks Medium oder Rare, indem man das Fleisch gart und nicht brät.

Eigentlich logisch, dass es für das Innere des Steaks ganz egal ist, wie heiß die Pfanne wird – solange noch Wasser im Fleisch ist, bleibt die Temperatur sowieso unter 100°C.

Also: das Steak nach belieben würzen, in eine Plastiktüte geben und im Wasserbad bei maximal 60°C 30 bis 60 Minuten garen.

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Dann herausnehmen und in der Pfanne ca. 1 Minute von beiden Seiten scharf anbraten – wichtig für die Maillard-Reaktion.

Ergebnis: zart, saftig, geschmackvoll.

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Dank wie so oft an blog.khymos.org!