Hippokrates

180px-hippokrates.jpgWeil es gerade so gut zu der merkwürdigen pseudo-naturalistischen Kritik an der molekularen Gastronomie passt, hier ein Zitat von Hippokrates von Kós, der bereits vor 2400 Jahren keinen Zweifel an der Widernatürlichkeit der menschlichen Diät hatte:

Ich meine, am Anfang hat auch der Mensch solche Nahrung [d.h. tierische Nahrung wie Früchte, Laub und Gras] zu sich genommen. Die jetzige Ernährung aber ist nach meiner Ansicht erst im Verlauf langer Zeit erfunden und künstlich zubereitet worden. Denn die Menschen litten viel Schlimmes von zu schwerer, für Tiere passender Nahrung, indem sie rohe, ungemischte Kost von starker Qualität zu sich nahmen … (aus: Die alte Heilkunst, S. 577 der Littré-Ausgabe)

3 Responses to Hippokrates

  1. Ja, ja, der Mensch ist ein Coctivor.

  2. Das mit dem Vorverdauen außerhalb des Körpers machen ja u.a. auch die Spinnen (allerdings ohne Hitze) .

    Der Verzehr roher Speisen hat ja auch oft etwas okkultes bzw. antihumanistisches. Und man muss nicht soweit gehen, gleich an die Speisekarte auf dem Obersalzberg zu denken …

  3. Die Spinnenverdauung ist nicht nur eine der effektivsten (es werden nur verwertbare Bestandteile aufgenommen, so dass Spinnen kaum Exkremente ausscheiden müssen); zudem hinterlassen viele Spinnenarten ihre Nahrung in (zumindest äußerlich) unversehrtem Zustand. Viele Abfallstoffe werden „unter der Haut“ abgelagert und sorgen dann für die bunte Färbung und Zeichnung der Tiere (vgl. Foelix 1992, 3.1-3.2). Bemitleidenswert ist allerdings das Fehlen von inneren Geschmacksrezeptoren – nur über die Taster können Spinnen Geschmacke wahrnehmen – ob Umami dabei ist, weiß ich allerdings nicht 😉

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