Das Hohelied des Fond

Die Brühe, der wichtigste Lieferant für Umami in der abendländischen Küche, war in der Ancienne Cuisine stets die Grundlage des guten Geschmacks. Die Zubereitung ist zeitaufwändig, hat man einmal angefangen zu kochen, bekommt man als Ergebnis stets mehrere Liter; und das Produkt, von dem man als Zutat meist nur ein zwei Tassen benötigt, lässt sich nicht ohneweiteres lagern.

Außer bei erfahrenen Gourmets sind die Brühen daher in der Regel meist dem Brühwürfel gewichen, wenn sie nicht durch noch elaboriertere Komplett-Lösungen wie z. B. Maggi-Fix ersetzt werden.

„Stock Options are plentiful“ titelt die Denver Post einen leidenschaftlichen Aufruf, wieder mehr Brühen selber zu kochen. Dabei ist man im fernen Colorado offenbar viel weniger Kulturpessimistisch als weiter östlich, wo es bei den diversen Aufrufen back to the roots of goode olde home cooking meist in Wahrheit um neokonservatives Lamento geht, das früher doch alles besser war.

No cook’s kitchen is complete without an ample supply of stock, or at least the fixins thereof. Thus, our mission to get you to make your own.

Also: auch in der Molekularen Küche braucht man Brühe. Darum ran an Glace, Demi Glace, Fond oder wie auch immer …

2 Responses to Das Hohelied des Fond

  1. Du schreibst, dass man Fond nicht gut lagern kann. Ich sehe da weniger das Problem – wenn man mal vom Platz absieht: Ich friere den Fond portionsweise ein. Bei vielen Gerichten braucht man den Fond sowieso heiß, so dass man ihn nebenbei in einer kleinen Kasserolle auftauen kann.

  2. das stimmt vollkommen; es ist eher ein logistisches Thema – oder besser: eine Frage von Disziplin und Organisation, mehrererlei Fonds zu kochen und dann in kleinen Portionen abzupacken und einzufrieren. Die mehr als 100-jährige Existenz von Brühwürfeln und „Fix“-Produkten legt zumindest nahe, dass es den“gemeinen Hausmensch“ überfordert …

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