Monatsarchiv: November 2007

10 Fakten über die molekulare Gastronomie

elbulli.pngLessley Anderson hat 10 wichtige Einsteigerfakten über die molekulare Gastronomie gesammelt:

  1. Die größten Chefs der molekularen Küche haben (für Amerikaner?) unaussprechliche Namen – aber auf der Seite gibt es ein kurzes Video mit Erklärungen dazu
  2. Der Begriff „molecular gastronomy“ ist ein Unwort
  3. Schockfrosten ist die charakteristische Methode
  4. Man isst Sphären
  5. Ohne Transglutaminase oder banal „Fleischkleber“ geht es nicht
  6. Schäume sind nach wie vor wichtig
  7. ebenso wie essbare Speisekarten
  8. oder die abgefahrene Präsentationsweise der Speisen wie zum Beispiel im Fall des „Bacon on the line“ im Alinea
  9. Einschränkend ist zu sagen, dass nach wie vor die Chance gering ist, in einem der Toprestaurants wie El Bulli einen Platz zu bekommen
  10. und außerdem ist es nach wie vor noch nicht für jeden Gaumen geeignet.

(Bild: Kryoküche in El Bulli, Foto von IanL)

Alinea immer noch bestes Restaurant der USA?

alinea.pngIm Jahr 2006 schaffte es Grant Achatz‚ Restaurant „Alinea“ (Chicago) im Gourmet Magazine auf Anhieb auf den ersten Platz der 50 besten US-Restaurants. Traveller’s Tales befasst sich ausführlich mit dem Restaurant, unter anderem mit einigen sehr schönen Fotos. Zur näheren Information:

Alinea seats 70 people at 20 tables; meals consist of either a 12-course tasting menu or a 24-course „tour,“ and can last up to four hours. The 12-course dinner is priced at $135 and the 24-course dinner will put you back by $195. The wine pairings are separately priced.

Ich bin gespannt, ob Greg Achatz seine Position in diesem Jahr behaupten kann.
(Abbildung: 14. Gang, „Pineapple“ von ulterior epicure)

Gute-Nacht-Biskuits

tryptophan.pngWie alle Pionierleistungen hat es auch die molekulare Gastronomie bisweilen schwer, wie Jonah Lehrer zitiert:

The chef, Heston Blumenthal, has a problem: His dessert tastes like horseshit. This is because Heston is trying to put Tryptophan and Valerian Acid, two proteins that induce sleepiness, into a little petit four. He wants you to relax as you’re paying the bill.

Spritzen, Pipetten und Pinzetten

Einen großen Teil ihrer Faszination verdankt die Molekularküche nicht nur den neuen Zubereitungsformen bekannter Zutaten, sondern auch den damit verbundenen innovativen Praktiken der Zubereitung:

[…] und ich verwende beim kochen immer noch Messer, Fleischklopfer und Schöpfer. Aber wie ich staunend recherchiert habe wird in der molekularküche mit Spritzen, Pipetten und Pinzetten gekocht.

So schreibt zum Beispiel Barbara im Blog des „Gletscherblicks“ im Stubaital darüber.

Kochen 2.0

Die New York Times hat es erkannt: Molekulare Gastronomie bedeutet Kochen 2.0. In dem lesenswerten Artikel von Kenneth Chang wird vor allem deutlich, dass die molekulare Küche nicht so sehr Science Fiction ist als vielmehr eine Rückeroberung der massenindustriellen Lebensmittelchemie durch die Gastronomen. Auch die Tradition kommt dabei nicht zu kurz, wenn auch bisweilen auf unerwartete Weise:

In the question-and-answer session, one person asked why Mr. Dufresne went to the trouble of making a foie gras terrine, a process that takes half a day of chilling, when the next step was melting it into a liquid.

„We were trying to be true and honest to that aspect of French cooking,“ Mr. Dufresne replied. He paused before adding, „And do something kind of crazy with it.“

Catarina Sunrise

Mit einer wundervollen Reagenzglaskomposition aus gefriergetrockneten Himberen, Goldchips, gehackten Minzeblättern, ganzen Himbeeren, Zuckergradienten und Xanthan hat das Team um Catarina Prista den 2007er Wettbewerb „Rencontres Sciences, Art & Cuisine“ gewonnen. (via)